Messeauftritt auf der FAF

Messestand der AH Stuck

Messestand der AH Stuck

Auf der Messe Farbe, Ausbau, Fassade (FAF) vertrat ich als Kletterer die Kletterhalle High-east. Der Aussteller Axel von der Herberg hat sich etwas besonderes überlegt, um die Qualität seiner selbst gefertigten Stuckleisten hervorzuheben. Er hat eine kleine Wand mit seinen Stuckleisten präpariert, an denen ich klettern sollte. Die halten richtig was aus!

Ein Video von der Malerzeitschrift „Mappe“ dazu gibts hier!

8a Onsight in Geyikbayiri

Landung in Antalya

Landung in Antalya

Während in München der kalte Winter das Felsklettern stark einschränkte, flog ich zusammen mit meinem Boulderwelt-Team Trainer Christoph Gabrysch in die sommerliche Türkei nach Antalya. In der prallen Sonne war es hier nicht auszuhalten, weswegen wir vorwiegend Schattengebiete aufsuchten. In Trebenna mussten wir ganz schön in den Routen kämpfen. Hier ist dreidimensionales Klettern an Sinterfahnen im steilen Gelände gefragt. Gar nicht so einfach, wenn man nicht daran gewöhnt ist. Aber trotzdem ist die zerklüftete Wand dort sehr beeindruckend.
Für mich war jedoch das absolute Topgebiet des Urlaubs etwas höher in den Bergen

Je suis cuite 8a+; Foto Wolfgang Ebner

Je suis cuite 8a+; Foto Wolfgang Ebner

gelegen. Citdibi ist eine 150 Meter hohe, leicht überhängende Kalkmauer. Die dunklen Streifen der Tufas ergeben hier wahre Linien, die man einfach klettern muss! Wir waren überwältigt, als wir zum ersten Mal an den Platz kamen, der mit seinen weißen Bäumen schon sehr an die Stadt Minas Tirith aus „Der Herr der Ringe“ erinnert.

Je suis cuite 8a+ in Citdibi; Foto Wolfgang Ebner

Je suis cuite 8a+ in Citdibi; Foto Wolfgang Ebner

Ich sah diese 40 Meter-Route „Je suis cuite“ 8a+ von Nina Caprez entlang dem einzelnen Tufa und ich wusste sofort: Diese Route will ich klettern!
Nach einem Ausdauerfight ohne Ende konnte ich sie dann im 2. Versuch punkten!
Das war echt ein geiles Gefühl, alles zu geben und dann am Top zu stehen.

Und das Beste: Nach jedem noch so harten Klettertag konnten wir im All-inclusive-Hotel unsere Energiereserven wieder komplett auffüllen. Nach einer Woche ging Christophs Rückflug. Er konnte eine 8a un ein paar 9er klettern. Die zweite Woche begleiteten mich die Mendls, eine Familie aus München. Neben vielen 7c-Routen im 1. Versuch kletterte ich nun auch meine erste 8a im Onsight!
Auch eine lange 8b gelang mir. Nach meiner persönlichen Einschätzung fiel diese mir aber nicht so schwer, wie andere 8b-Routen. Obwohl ich mal erkältet im Hotelzimmer liegen bleiben musste, konnte ich doch folgende Routen in den beiden Wochen in der

Steffen in Geyikbayiri

Steffen in Geyikbayiri

Türkei klettern.

 

-1x 8b
-2x 8a+
-1x 8a onsight; 1x 8a flash; 1x 8a
-13x 7c/7c+
-10x 7b/7b+

Die „ewigen Flammen“ in Olympos und der herrliche Kiesstrand bei Antalya rundeten diesen Urlaub perfekt ab. Man muss eben nur wissen, wie man dem kalten Winter aus dem Weg geht. 😉

Gasteintrag zur Climb Free

von Julia Kressirer

Boulder 3 Climb Free 16

                 Boulder 3 Climb Free 16

Wie jedes Jahr, sind wir auch dieses Mal wieder zur Messe f.re.e in München gefahren, um an der offenen Bouldermeisterschaft Climb free teilzunehmen.
Dieses Mal lief es bei mir in der Qualifikationsrunde besser als erwartet, sodass ich es als Dritte ins Finale schaffte. Zufälligerweise ist auch Steffen als Drittplatzierter ins Finale gekommen, sodass wir beide immer gemeinsam aus der Isolation geschickt wurden und gleichzeitig bouldern konnten.

High-east Athletes auf der Free 16

       High-east Athletes

Das Finale bestand aus jeweils drei Bouldern, die jeder im Onsight-Modus meistern musste. Den ersten Boulder kletterten Steffen und ich beide erfolgreich im ersten Versuch. Bei dem nächsten Boulder bin ich zweimal bis zum vorletzten Griff gekommen, habe aber leider den Topgriff nicht erreichen können. Auch Steffen hat seinen zweiten Boulder nicht toppen können. Mit durchgekletterten Fingern und gepumpten Armen mussten wir dann noch in den letzten Boulder einsteigen. Diesen habe ich leider nicht bis zur Zone geschafft, konnte aber aus meinen Augenwinkeln beobachten, wie Steffen eine spektakuläre Turnaktion in seinem Boulder darlegte, ihn jedoch vor dem Zielgriff die Kraft verlies.

Letztendlich wurde ich Fünfte von sechs Finalistinnen und stand leider nicht auf dem Siegertreppchen. Ganz im Gegensatz zu Steffen, der sich vom Drittplatzierten auf den Zweitplatzierten verbessert hatte!
Als Belohnung haben wir beide einen Pullover gewonnen und sind anschließend völlig erschöpft und hungrig in ein Restaurant gefahren, um den Tag ruhig ausklingen zu lassen.

Siegerehrung

                           Siegerehrung

24 8a-Routen – Ziel erreicht!

Für das Jahr 2015 hatte ich mir vorgenommen, am Fels 24 Routen im Schwierigkeitsgrad 8a oder schwerer zu klettern.
Wieso denn jetzt genau 24?
Im Januar kletterte ich zwei 8a-Routen, da dachte ich mir, schaun wir mal, ob das so weiter geht. Im März holte ich mir dann meine erste 8c! Über den Sommer hinweg kamen noch drei 8bs und einige 8a+ hinzu. Der gewünschte Effekt meines Projektes war, dass ich an möglichst vielen verschiedenen Felsarten schwer klettern kann. So reiste ich nach Mallorca, Kalymnos, Südtirol, in die Schweiz, ins Frankenjura, ins Zillertal und natürlich in unsere bayerischen Voralpen. Zudem stärkte ich meine Psyche, denn in den hohen Graden, wird einem immer etwas Unangenehmes abverlangt. Egal ob weite Hakenabstände in Sinterwäldern, oder komplett glatte Plattenstellen, irgendwo muss man immer beißen! Am Ende des Jahres wurde es aber nochmal richtig knapp, als der erste Schnee einsetzte. Da dachte ich schon, es sei aus mit dem Traum. Aber ich bin trotzdem bei Minusgraden in schattige Überhänge eingestiegen, denn die Wochenenden waren gezählt.
Schließlich knackte ich vor ein paar Tagen die 24. 8a nach einem anstrengenden Schraubertag in Bad Reichenhall kurz bevor es dunkel wurde. Im zweiten Go toppte ich in Karlstein die Route „Just a poke“ von Alex Huber. Ziel erreicht!

Vielen Dank an alle, die mich in meinem Vorhaben unterstützt haben und mit mir zusammen am Fels waren. Jeder einzelne Tag war es Wert! :)

Sonnenuntergang auf Kalymnos

        Sonnenuntergang auf Kalymnos

Kalymnos!

Kalymnos climbing

                                  Kalymnos climbing

Florian Hecht aus dem High-east Athleten Team fragte mich im Sommer, ob ich nicht Lust hätte mit seiner Familie mit nach Kalymnos zu kommen.

„Kalymnos?! Lust?!“
„Ich bin dabei!!!“ rief ich vor Freude.
Ich hatte schon von vielen Leuten gehört, dass Kalymnos der absolute Hammer sein muss, aber dort gewesen war ich noch nie. Doch Anfang November war es

Grande Grotta

            Grande Grotta

endlich so weit. Nach einer Reise mit Flugzeug, Boot und Taxi erreichten wir nun unsere Unterkunft in Masouri. À propos Masouri, ich hätte nie gedacht, dass es noch ein zweites Arco auf der Welt gibt, doch hier war es. Übersäht mit Kletterläden und Restaurants, die ausschließlich mit Leuten, die bunte Klamotten, weite Hosen und große Rucksäcke trugen, gefüllt waren. Es mussten wohl Kletterer sein…

Am nächsten Morgen wurden wir geweckt vom lauten Röhren der Roller, dem Transportmittel Nr. 1 auf Kalymnos. Zuerst wollten wir natürlich zum Markenzeichen der Kletterinsel, der Grande Grotta. Eine unvorstellbar große Höhle gespickt mit unzähligen Stalaktiten. Und auch die

Beim Ablassen überm Meer

          Beim Ablassen überm Meer

Panorama-Wand daneben bietet Sinterkletterei vom aller Feinsten! Wir kletterten eine Route nach der anderen bis es dunkel wurde und das jeden Tag! Am Ende waren es in 6 Klettertagen 23 Routen zwischen 7b und 8a bei mir. Und auch Flo konnte Routen bis 7c punkten. Abends gabs immer richtig leckeres Essen und auch ordentliche Portionen, die einem wieder die nötige Energie für den nächsten Klettertag zuführten. Die täglichen, wolkenlosen 20 Grad machten den Urlaub perfekt fürs Klettern hier.
Fast schon ein wenig sehnsüchtig sah ich dann der Insel vom Boot aus hinterher, als wir die Heimreise zurück über Kos nach München antraten. Aber der nächste Urlaub kommt bestimmt! :)

Achja, weil Kalymnos doch bekannt für seine leichten Bewertungen ist. Im aktuellen Führer wurden einige Routen abgewertet. Ich persönlich fand die Routen nicht besonders leicht für die gegebenen Grade, aber vielleicht hatte ich auch nicht den richtigen Riecher.
Wer weiß?

21 von 24 8a-Routen – Der Countdown läuft!

Dieses Jahr habe ich mir zwei Ziele fürs Felsklettern vorgenommen:
meine erste 8c-Route
und 24 8a-Routen.

Im März gelang mir bereits die 8c „Perestroika“ auf Mallorca. Doch mein zweites Ziel stellt sich als deutlich langwieriger heraus. 24 8as oder schwerer zu klettern dauert eben seine Zeit. Vorallem wenn man in den letzten Monaten im Lernstress für die Abschlussprüfungen steckt und sich die Vorbereitung für den Wettkampf „I Sicher Scho 5“ auch nicht von selbst erledigt. Doch die schriftliche Abschlussprüfung zum Sport- und Fitnesskaufmann ist nun endlich vorbei! Und der Wettkampf ist mit einem Teilnehmerrekord auch sehr gut verlaufen. 
Vor kurzem war ich mit Julia und Reini am Schleierwasserfall, wo ich meine 21. 8a in diesem Jahr klettern konnte. Sie trägt den Namen „Don´t stop under the top“.
Und nach diesem Motto werde ich auch nicht aufgeben, auch wenn es jetzt echt knapp wird, in nur noch einem verbleibenden, verschneiten Monat noch die letzten drei 8as zu klettern.

Also drückt mir die Daumen! 😉

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Deutscher Leadcup in München

Deutscher Leadcup Freimann

Deutscher Leadcup Freimann

Deutscher Leadcup Freimann

Deutscher Leadcup Freimann

Letztes Wochenende fand der erste Deutsche Leadcup dieses Jahr statt. Als Location diente die neue DAV-Halle in München-Freimann. An der wettkampftauglichen Außenwand waren durchwegs sehr gute Routen geschraubt, die alle Athleten ordentlich auf die Probe stellten.
Ich startete bei den Erwachsenen am Samstag. Meine erste Qualiroute verlief an kleinen, weißen Spax über Volumen mitten durch den steilen Überhang. Es war ein klares Ausdauerproblem mit echt coolen Zügen. Ich bin fit und kam echt richtig weit.
In der zweiten Route war es leider schon ein wenig früher aus für mich. Ich konnte die große Zange nur sehr schwer halten und die Leiste danach war einfach zu schlecht. So landete ich nur auf dem 16. Platz. Gerne wäre ich ins Finale geklettert, wozu ich allerdings acht Plätze hätte gut machen müssen.

Am nächsten Tag durfte aber die Jugend beweisen, was sie drauf hat. Aus meinem High-east Athleten Team starteten Falk Faßbender, Kathi Haimerl und Florian Hecht. Flo hat es ins Finale der Jugend A geschafft und holte den 5. Platz! Starke Leistung!

Steffen beim Routen anschauen

Steffen beim Routen anschauen

Abenteuer auf der Ahornspitze

Der Große Löffler

Letztes Wochenende war ich mit Melanie, Alex und Miriam im Zillertal. Am ersten Tag waren wir an der Bergstation, denn ich wollte unbedingt noch die 8b „Caramello“ klettern. Es handelt sich hierbei um leicht überhängende Ausdauerkletterei an großen Sloperkanten mit einem harten Boulder zum Schluss. Beim letzten Mal bin ich immer ganz oben rausgeflogen. Deshalb dachte ich, dass ich die Tour ziemlich schnell abholen werde.
Doch das war wohl nix. Immer wieder flog ich bei den letzten Zügen raus, echt ärgerlich. Aber ich finde die Route wirklich gut und darum will ich sie einfach klettern, egal wie lange ich dafür brauche! Im letzten Versuch, bevor wir den Abstieg antraten, war es dann endlich soweit! Diesmal hatte ich ein kleines bisschen mehr Power am Ausstiegsboulder und ich konnte sehnsüchtig den Umlenker klippen!
Ich war sehr stolz und glücklich, denn ich habe immerhin 14 Versuche dafür gebraucht. Je länger es dauert und je mehr Kraft man in eine Route stecken muss, umso ein besseres Gefühl hat man danach und das macht es zu einem unvergesslichen Moment!

Selfie am Gipfel der Ahornspitze

Selfie am Gipfel der Ahornspitze

Am nächsten Tag stand für mich eine Bergtour auf dem Programm. Ich wollte auf die 2973 Meter hohe Ahornspitze steigen. Nach der Gondelfahrt standen noch etwa 1000 Höhenmeter zwischen mir und meinem Ziel. Ich entschied mich für den üblichen Weg über die Edelhütte. Das ging gut und nach 3 Stunden stand ich auf dem Gipfel und konnte die umliegenden Gletscher und Stauseen bewundern. Den Abstieg wählte ich mit Thorsten, der mich begleitete, über einen ausgesetzten und sehr schönen Grat. Es war ein super Weg mit einer tollen Aussicht in alle Richtungen. Schwer war es überhaupt nicht und wir fühlten uns sicher, als wir die Variante weiter über den Grat direkt zur Ahornbahn gewissenhaft mit den Augen prüften. Es querte ein schmaler Pfad einige Meter unterhalb dem Grat durch eine steile Wiese. Nichtmal mehr felsig war es dort, sollte also gut gehen. Im Rücken braute sich schon ein Gewitter zusammen, als wir uns für den womöglich schnellsten Weg über besagten Grat entschieden. Der Pfad wurde irgendwie immer schmäler, jetzt nur noch fußsohlenbreit. Ich war mir nicht mehr sicher, ob diese Spur vielleicht nur durch Gämsen entstanden war. Die Wiese war nun richtig steil und man konnte hier in gerader Linie bis ganz hinunter zum Stillupspeicher sehen. Spätestens jetzt wusste ich ganz genau, dass wenn ich abrutschen würde, ich mich niemals am Gras festhalten könnte. Ich würde einfach auf der glatten Wiese hinunter rutschen bis in den 2000 Meter tiefer gelegenen See. Diese Gedanken lösten eine Unsicherheit in mir aus, die ich beim Bergsteigen noch nie zuvor erlebt hatte. Ich merke durchaus, wann eine Situation gefährlich ist, doch dieses Mal war es mir zu gefährlich!

Zillertaler Alpen

Die Zillertaler Alpen

Im Rücken der herannahende Donner – ein Umkehren war also nicht mehr möglich. Ich blieb kurz stehen und sammelte mich. Wenn ich in die Ferne sah, schrumpfte das Bild in sich zusammen, das war ganicht gut. „OK, ich behalte jetzt den Überblick“, sagte ich zu mir selbst. Es sah in diesem Moment aussichtslos aus. Das steile Stück mochte einfach nicht aufhören. Doch ich dachte an den letzten Gipfel, ehe es leichter hinunter ging zur Bahnstation. Dann ging es wieder, ich konzentrierte mich ganz besonders, um nur keinen Fehltritt zu machen. Aus der Wiese sprangen hunderte Grashüpfer, wenn man ihnen zu Nahe kam. Da war er nun, der letzte kleine Gipfel und hier konnte man den großen Weg hinab zur Gondel sehen.
Puuh, geschafft!
Sichtlich erschöpft schwebte ich schließlich hinab ins Tal…

Quer durch die Schweiz!

Am Silvaplana See

                  Am Silvaplana See

Julia und ich hatten fünf Tage Zeit um einen genialen Kletterurlaub in der Schweiz zu verbringen. Für mich steht die Schweiz für Freiheit und Unabhängigkeit. Und genau das machten wir zum Motto dieser Reise.
Zwar hatte ich mir im Vorfeld überlegt, welche Klettergebiete ich unbedingt sehen möchte und wie sie örtlich zu erreichen sind, jedoch blieb uns die Dauer, die wir in einem Gebiet verbrachten und wo wir übernachteten völlig offen.
Zuerst gings zum Walensee an die schattige Nordgalerie. Ich war sehr begeistert von den beiden langen versinterten Linien „Captain Jack Sparrow“ und „Captain Barbossa“, die ich wirklich jedem empfehlen kann. Julia hat somit auch gleich eine 35m 6c+ geflasht. Bei mir wars sogar eine 7c+ „Riding on the storm“ im Onsight!
Hoch über dem Walensee kochten wir richtig auf und bestaunten den sich im Wasser spiegelnden, aufgehenden Vollmond.

Julia und Steffen

       Julia und Steffen

Am Folgetag regnete es, sodass wir zum trockenen Schliefi weiter fuhren. Es war so neblig, dass während meiner Onsightbegehung von „Via Güfi“ 7c eine Wolke zwischen mir in der Wand und Julia am Boden durchzog. Es war eine richtig coole Linie und ich bin stolz, sie gleich im ersten Versuch geschafft zu haben.
Nach ein paar Routen gings auch gleich weiter in Richtung Tiefencastel. Hier kletterten wir am nächsten, wieder sonnigen Tag. Eine Tour durch den Zentralbereich des steilen Überhangs hat es mir angetan. Im unteren Drittel galt es, einen harten Boulder zu packen und danach gings richtig ausdauernd und anspruchsvoll weiter mit richtig guten Zügen zum Top. Im dritten Versuch gelang mir diese 8a+ namens „Requiem“!

Der nächste Morgen brachte allerdings ein kleines Problem mit sich. Unser Auto sprang nicht mehr an! Doch ein netter Mann gab uns Starthilfe und so ging unsere Reise weiter in Richtung St. Moritz, dem bekannten Skiort. Dorthin führt der Weg über den sehr schönen Julierpass bis auf ca. 2200m Höhe. Im Morgenlicht strahlten die klaren Seen, grünen Hänge und fernen Gletscher wunderschön im Kontrast zu den schroffen Felsgipfeln. Es war eine ganz besondere Fahrt zum Silvaplana See, wo unser nächstes Klettergebiet „Polveriera“ lag. Anfangs hielten wir es nicht aus in der Sonne, aber nach einer langen Pause kamen wir dann am schattigen Nachmittag so richtig in Schwung! Ich holte eine Route nach der anderen ab. An diesem Tag alleine zwei 8as, eine 7c und zwei 7b+ im Onsight. Julia holte sich eine 6c+, die sie unbedingt klettern wollte! Durch die intensive Wahrnehmung, wie schön die Natur ist und durch meine starke Leistung wurde dieser Tag der Schönste unseres ganzen Urlaubs.
Nach einem Abendessen auf dem Malojapass gings durch die Nacht nach Bürs in Österreich. Neben der bekannten Bürser Platte gibt es hier haufenweise lange Konglomeratrouten in allen Wandneigungen. Da ragen schonmal Steine mit einem halben Meter Durchmesser aus der Wand. Das ist beeindruckend und ein guter Tritt zugleich! Hier konnte ich auch noch eine 7c im Onsight klettern. Bevor es zu regnen begann, kletterten wir noch eine schöne 6a als letzte Route für diese Reise. Auf der Heimfahrt schlossen wir unseren Urlaub mit einem leckeren Abendessen in einer Wirtschaft ab.
An jedem Tag hatte ich mindestens eine Route, nach der ich sagte: „Dafür kletter ich!“
Also war jeder einzelne Tag perfekt! :)

Am Julierpass

                        Am Julierpass

Wettkämpfe, schrauben und 10er klettern

Julia Kressirer im Damenfinale

     Julia Kressirer im Damenfinale

Zur Zeit gibt es klettertechnisch viel zu berichten von mir. Ich fange mit der Süddeutschen Meisterschaft in Neu-Ulm an. Es war ein Leadcup, endlich! Die Leadsaison dieses Jahres hat damit wieder begonnen und die Quali lief gleich super für mich. Zuerst kletterte ich die knallharte Ausdauerroute an kleinen Leisten richtig hoch hinauf. Nur Chris Hanke und Flo Böbel kamen weiter. In der anderen Route war bei der Hälfte ein Sprung, den ich unbedingt schaffen musste, sonst konnte ich das Finale vergessen! Ich kletterte hin, zog und hatte den Griff in der Hand. Danach gings schön pumpig mit coolen Zügen weiter und ich kletterte sogar bis zum Top! Damit war ich Dritter auf der Ergebnisliste.
In der Isolation bekam ich dann üble Kopfschmerzen, dass sogar das Treppensteigen wirklich unangenehm war. Die Finalroute ging dann gleich hart los und wurde nichtmehr leichter. Bis zur Hälfte der Wand kämpfte ich mich, doch fast alle Finalisten kamen noch zwei Griffe weiter. Am Ende wurde ich 6. und 4. in der bayerischen Wertung.

Felix Hecht; Sieger bei den Herren

Felix Hecht; Sieger bei den Herren

Ein Wochenende drauf fand der Bouldercup und das Sommerfest in Markt Schwaben statt. Hierfür schraubte ich 25 Qualiboulder in jeder Schwierigkeit und drei Finaltraversen für die Startklassen Kinder, Damen und Herren. Die Boulder kamen bei den über 60 Teilnehmern gut an und ich hörte oft, das gerade die Vielfalt der Bewegungen hier eine große Rolle spielte. Bei den derart heißen Temperaturen freuten sich alle drauf vorm Finale noch ins Planschbecken oder in die nahegelegene Sempt zu hüpfen.
Das Kinder- und Damenfinale ging super auf, wobei es jeweils nur ein Top gab! Knapp vor Klara Gröbl siegte Leonie Waldhäuser aus dem Allgäu in der Kinderwertung. Julia Kressirer gewann mit einer Onsight-Begehung klar bei den Damen. Nur das Herrenfinale habe ich einen Tick zu schwer geschraubt. Die letzten Züge konnte keiner bewältigen. Felix Hecht kam am Weitesten und holte sich mit seinen 14 Jahren den Sieg bei den Herren! Flo Tkazuk und Reini Franz belegten die Plätze zwei und drei. Ein großer Erfolg also für mein High-east Athletenteam, das in allen Kategorien auf den vordersten Plätzen stand. Bevor es zur Siegerehrung überging wollten aber alle sehen, ob das Herrenfinale denn überhaupt kletterbar ist und so forderten sie mich unter Klatschen auf, meine Kletterschuhe anzuziehen. Dann demonstrierte ich, dass auch die letzten Züge zu bewältigen sind. Das gemütliche Grillen danach ließ einen schönen Tag perfekt ausklingen.

Am nächsten Morgen trafen sich mein Papa und ich in Flintsbach bei Rosenheim zum Klettern am Vormittag bevor es zu heiß wurde. Der Unterschied war nur, dass er mim Radl und ich mim Auto dorthin gefahren sind. So hatte er auch gleich ein kleines Training für sich mit eingebaut. Ich schaute mir einfach mal die schwerste Route dort an: Nightwisch 8b. Die Schwierigkeit beschränkte sich auf einen harten Boulder mit 7 Zügen, die Platte davor war deutlich leichter. Und fast hätte ich die Tour im zweiten Versuch geklettert. Im Vierten war sie dann aber fällig! Genial – 10er geklettert, Eis gegessen und noch einen schönen Nachmittag mit Julia verbracht. :)

Julia und Steffen

                     Julia und Steffen